Hamm
Die Arbeitslosigkeit in der Stadt Hamm nahm im Februar nochmal leicht zu. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 29 oder 0,3 Prozent auf 8.875. Dabei hatten Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung unterschiedliche Entwicklungen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Punkte auf 9,2 Prozent. Vor genau einem Jahr waren es 9,0 Prozent. „Die Entwicklung ist weiterhin saisontypisch. In vielen Jahren steigt die Arbeitslosigkeit von Januar
auf Februar nochmals leicht. Ein wesentlicher Grund ist, dass viele junge Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen, wenn ihre zweieinhalbjährigen Ausbildungsverhältnisse auslaufen und sie noch keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben. Auch in diesem Februar war der Personenkreis der unter 25-Jährigen wieder stark betroffen. Doch sie melden sich nur für eine Übergangszeit arbeitslos, denn sie können sicher sein, dass sie als qualifizierte Fachkräfte kurzfristig in Arbeit kommen werden. Daher rückt auch die Ausbildung als wesentliche Säule der Kräftegewinnung wieder in den Fokus. Dafür werden wir im März mit der „Woche der Ausbildung“ erneut wichtige Impulse setzen“, so Sandra Pawlas, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm. Ihre Einschätzung für die nächste Zeit wird optimistischer: „Die höchste Arbeitslosigkeit des Jahres haben wir wahrscheinlich jetzt schon gesehen. Ich rechne für März bei entsprechender Witterung schon mit einer beginnenden Frühjahrsbelebung und daher mit einer Besserung der Arbeitsmarktlage.“
Kreis Unna
Im Kreis Unna verringerte sich die Anzahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Vergleich zum Vormonat um zwei auf 16.413. Im Vergleich zu Februar 2025 sank die Arbeitslosigkeit um 96 (-0,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote verblieb bei 7,6 Prozent und lag damit exakt auf dem Niveau von Februar 2025. „Der kurze saisontypische Einbruch auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna konnte im Februar weitgehend abgefangen werden, was sich an stabilen Arbeitslosenzahlen sowie einem Anstieg an neuen Stellen erkennen lässt“, fasst Agenturchefin Sandra Pawlas die Trends des letzten Monats zusammen. Dass die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen noch einmal gestiegen ist, sei für die Arbeitsmarktexpertin keine Überraschung: „Nach der Beendigung von Ausbildungsverhältnissen tritt oft eine kurze Übergangsarbeitslosigkeit ein. Diese dauert meist nur wenige Wochen an, da junge Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor gefragt sind.“ Agenturleiterin Pawlas ist es daher ein besonderes Anliegen, den Stellenwert der betrieblichen Berufsausbildung zu betonen: „Gerade in Zeiten, in denen Digitalisierung und KI es scheinbar möglich machen, auch ohne Ausbildung viel Geld als Influencer zu verdienen, ist es angeraten, sich an den Fakten zu orientieren. Und die sind nun einmal eindeutig: Eine Berufsausbildung ist die wichtigste Voraussetzung, um Arbeitslosigkeit dauerhaft zu vermeiden und langfristig beruflich erfolgreich zu sein. Videos kann jeder Laie posten, aber ein Dach zu decken oder einen Menschen zu pflegen setzt Wissen und Können voraus – ist dafür aber auch nicht automatisierbar.“ Sandra Pawlas rät dazu, in möglichst vielen Kurzpraktika Einblick in verschiedene Berufe und Unternehmen zu gewinnen.
Quelle: Agentur für Arbeit Hamm
