Hamm
Die Arbeitsmarktentwicklung im Juni war durch einen erwarteten Effekt geprägt. Die Zahl der Arbeitslosen stieg überwiegend aufgrund der Meldungen der ukrainischen Flüchtlinge in Hamm um 299 oder 4,1 Prozent auf 7.563 zurück. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 Punkte auf
8,0 Prozent. Im Vorjahr waren es 8,6 Prozent.
„Seit Anfang Juni werden ukrainische Geflüchtete durch die Jobcenter betreut. Wegen ihrer Aufnahme in die Grundsicherung für Arbeitssuchende fließen sie in die Arbeitslosenstatistik ein. Doch auch einige junge Ausbildungsabsolventen drängen derzeit auf den Arbeitsmarkt.
Gleichzeitig hat die Kräftenachfrage der Unternehmen in Erwartung der Sommerferien natürlich merklich nachgelassen“, so Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm. Auch wenn hier noch nicht alle Geflüchteten erfasst und weitere Anträge zu erwarten sind, bleibe ich angesichts eines robusten und aufnahmefähigen Arbeitsmarktes für die Zeit nach den Sommerferien grundsätzlich weiterhin optimistisch. Etwaige weltpolitische Risiken sind dabei natürlich nicht berücksichtigt.“
Erneut entwickelten sich Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung in die gleiche Richtung, allerdings mit deutlich unterschiedlicher Ausprägung. 1.649 Arbeitslose waren Ende des Monats bei der Arbeitsagentur gemeldet (15 oder 0,9 Prozent mehr als im Vormonat), und 5.914 wurden durch das Kommunale Jobcenter betreut (284 oder 5,0 Prozent mehr). Der Vorjahresvergleich sah in beiden Rechtskreisen besser aus: Bei der Arbeitsagentur waren 322 oder 16,3 Prozent weniger Erwerbslose als im Mai letzten Jahres gemeldet, beim Jobcenter 255 oder 4,1 Prozent. Damit gibt es in der Stadt Hamm derzeit 577 Arbeitslose oder 7,1 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Kreis Unna
Im Kreis Unna erhöhte sich der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 902 auf 15.261. Im Vergleich zu Juni 2021 reduzierte sich die Arbeitslosigkeit um 952 (-5,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend um 0,5 Punkte auf 7,2 Prozent. Vor einem Jahr
betrug sie noch 7,6 Prozent.
„Die steigende Arbeitslosigkeit im Juni ist neben der saisontypischen Beendigung von Schullaufbahnen junger Menschen überwiegend den Auswirkungen des Ukrainekriegs zuzuschreiben“, kommentiert Agenturchef Thomas Helm die aktuelle Arbeitsmarktsituation im Kreis Unna. Dies sei jedoch vorhersehbar gewesen: „Seit Anfang Juni werden ukrainische Geflüchtete nicht mehr vom Asylbewerberleistungsgesetz unterstützt, sondern durch die Grundsicherung (SGB II), entsprechend fließen sie in die Arbeitslosenstatistik ein“, so Helm. Der Anstieg, der sich zu 95 Prozent aus dem Bereich des SGB II speise, sei wiederum zu 87 Prozent mit Kriegsgeflüchteten zu erklären. Der Arbeitsmarktexperte baut vor, dass sich diese Situation in den kommenden Monaten noch verschärfen könne: „Wir gehen davon aus, dass es sich derzeit noch um eine Untererfassung handelt und die tatsächliche Zahl in den nächsten Monaten höher ausfallen wird.“ Sofern deutsche Sprachkenntnisse vorlägen, sei aufgrund des hohen
Qualifikationsniveaus aber mit erleichterten Arbeitsaufnahmen zu rechnen.
Quelle: Agentur für Arbeit Hamm
