Markus Dürkes ist bereits seit 2006 in verschiedenen Gremien des Unternehmensverbandes engagiert: „Ich stelle mich sehr gerne der mit dem Amt verbundenen Verantwortung. Wir vertreten die Interessen von rund 320 Mitgliedsunternehmen und ihren ca. 45.000 Beschäftigten. Über das einstimmige Votum der Mitgliederversammlung freue ich mich und werde mich schnellstmöglich in meine neue Aufgabe einarbeiten, um diesem Vertrauen auch gerecht zu werden“, so Dürkes. Sein Ziel ist es, den Verband als Netzwerk seiner Mitgliedsunternehmen weiter zu festigen und zukunftssicher weiterzuentwickeln.
Der Referent des Abends, Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios in Washington, analysierte in seinem Vortrag „Systemsprenger Trump – Folgen für Deutschland und Europa“ inwieweit Donald Trump in seiner zweiten Amtsperiode die westliche Demokratie und ihre Werte erschüttert.
Eine Konsequenz aus Donald Trumps Rundumschlägen wurde den Gästen deutlich, als Theveßen nicht selbst auf der Bühne des Kurhauses erschien, sondern sein Bild auf der Leinwand. Aufgrund der aktuellen politischen Verhältnisse in den USA war Elmar Theveßen gezwungen vor Ort in Washington zu bleiben und wurde per Livestream zugeschaltet. Das hinderte ihn aber nicht, deutliche Worte zu finden: „Obwohl die Trump-Regierung mit eindrucksvollen Schaubildern vermitteln möchte, dass Donald Trump eine breite Mehrheit für sich gewinnen konnte, zeigt ein genauer Blick, dass er lediglich mit einem sehr knappen Vorsprung ins Amt gewählt wurde.“ Das ist einer der Gründe, aus denen Trump nicht Gesetzte erlässt, sondern mithilfe von Dekreten regiert. Er deklariert Notstände, die er mit puren Behauptungen begründet und dann per Dekret „bekämpfen“ will. So kreierte Trump beispielsweise den Zuwanderungsnotstand und verfügte auf dieser Basis das Abschalten aller Rechte der Zugewanderten und ihre millionenfache Abschiebung. Dabei ignorierte er die Tatsache, dass die große Mehrheit der Zuwanderer registriert ist, Steuern zahlt und einen erheblichen Anteil an der Wertschöpfung hat. Bei der Umsetzung dieses Dekrets geht Donald Trump ebenfalls seinen eigenen Weg, indem er mit einem Exekutivbefehl Zugewanderte auf offener Straße oder ihren Wohnungen von schwer bewaffneten Bundesbeamten, die teilweise nicht als solche erkennbar sind, verhaften und abtransportieren lässt.
Und auch wirtschaftspolitisch agiert Trump entgegen jeder Vernunft. Er erlässt Strafzölle gegen seine Handelspartner, nimmt sie Tage später wieder zurück und verursacht damit Millionenverluste an den Börsen. Laut Theveßen schadet er damit allerdings in erster Linie seinem eigenen Land: „Trump steigert mit seinen unkontrollierten Maßnahmen die Staatsverschuldung und vernichtet Arbeitsplätze. Er richtet massiven Schaden an, der vor allem zu Lasten der ärmeren Bevölkerung der USA geht. Sein Versprechen, dass er in seiner zweiten Amtszeit ein „goldenes Zeitalter“ einläuten wird, kann er so nicht einhalten.“
Nach Einschätzung von Elmar Theveßen hat Europa aber einen großen Hebel in der Hand, um sich gegen Donald Trump zu stellen: „Die Wirtschaftsleistung der EU liegt nicht weit unter der der USA, hier können die europäischen Staaten ansetzen und eigene Standards setzen. Auch die Tatsache, dass den USA ihr Forschungsvorteil durch die aktuelle Politik verloren geht und auch geplante Investitionen eingefroren werden, können Deutschland und Europa für sich nutzen.“
Was die nächste Zukunft angeht, ist Theveßen allerdings eher pessimistisch. „Sehr viele Amerikaner setzen ihre Hoffnungen auf Trump, weil sie glauben, dass ihnen nur ein Systemsprenger zu mehr persönlichem Wohlstand und ihrem Land zu mehr weltweiter Anerkennung verhelfen kann. Die zunehmende wirtschaftliche Schwächung der USA wird vermutlich nur langfristig zu einem Bewusstseinswandel der Amerikaner führen.“
