Den Verlauf der 3. Verhandlung schätzt Dag Hagby folgendermaßen ein:
Dag Hagby, Vorsitzender des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte: „Auch in der dritten Verhandlung konnten wir wieder ausgesprochen sachlich und konstruktiv mit der IG Metall diskutieren. Der Gewerkschaft ist auch klar, dass ein großer Teil der gesamten Branche durch die anhaltende schlechte wirtschaftliche Situation in Schieflage geraten ist und Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Aus diesen Gründen ist es nicht nachvollziehbar, dass die IG Metall an ihrer Forderung nach einer Entgelterhöhung von sieben Prozent festhält. Wirtschaftsforschungsinstitute, Bundesregierung, Banken und der Internationale Währungsfonds haben aktuell ihre ohnehin schon pessimistischen Prognosen noch einmal nach unten revidiert. Diese Einschätzung wird durch unsere aktuelle Umfrage unter den M+E-Betrieben in unserem Verbandsgebiet bestätigt: Die Lage ist kritisch und eine Trendwende wird in absehbarer Zeit nicht erwartet. Besonders besorgniserregend ist die derzeit fehlende Investitionsbereitschaft. Lediglich knapp 40 Prozent planen überhaupt noch Investitionen in den kommenden sechs Monaten und davon auch noch ein guter Teil im Ausland und nicht am Standort. Das ist ein deutliches Alarmsignal dafür, dass die Unternehmen nicht weiter belastet werden dürfen. Wir müssen dringend zu einer Lösung kommen, die den Beschäftigten und den Betrieben gerecht wird. Das kann aber nur am Verhandlungstisch gelingen. Mit ihren Warnstreiks, von denen auch etliche unserer Mitgliedsunternehmen betroffen sind, schadet die IG Metall den Betrieben nur zusätzlich und schürt Erwartungen bei den Beschäftigten, die nicht realisierbar sind. Mit unserem Angebot von 3,6 Prozent Entgelterhöhung und unserer Gesprächsbereitschaft über Korrekturen bei den Freistellungstagen sowie über eine einmalige überproportionale Anhebung der Auszubildendenvergütung haben wir die Basis für einen schnellen und für beide Seiten tragbaren Tarifabschluss gelegt. Von der IG Metall erwarten wir mehr Realismus in der kommenden Verhandlung.“
