Keine Überraschung zu den Sommerferien - Arbeitslosigkeit steigt spürbar an
Hamm
Der Beginn der Hauptferienzeit prägte die Arbeitsmarktentwicklung in Hamm im Juli. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 173 oder 2,1 Prozent auf 8.483. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich dadurch um 0,1 Punkte auf 8,7 Prozent. Vor genau einem Jahr waren es 8,6 Prozent.
„Nach den überraschenden Wendungen in den letzten Monaten zeigt der heimische Arbeitsmarkt wieder ein saisontypisches Bild. Pünktlich zum ersten Ferienmonat steigt die Arbeitslosigkeit wie in jedem Sommer. Hier kommen auch Ausbildungs- und Maßnahmeabsolventen sowie die Auswirkungen von Quartalskündigungen hinzu. Daher steigen die Zahlen fast ausschließlich in der Arbeitslosenversicherung, kaum in der Grundsicherung. Der Anstieg ist aber geringer als im Landesdurchschnitt“, so Thomas Helm, Chef der Agentur für Arbeit Hamm. „Trotzdem hat die Nachfrage nach Arbeitskräften noch im Juni wieder deutlich angezogen. Hier plant die heimische Wirtschaft bereits für die Zeit nach den Ferien. Gleichzeitig ist die Kurzarbeit weiterhin erfreulich unauffällig“. Seine Prognose für die nächste Zeit: „Auch für den August ist wegen der anhaltenden Ferienzeit noch nicht mit einer Belebung zu rechnen.“
Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung entwickelten sich parallel, aber unterschiedlich ausgeprägt. 2.327 Arbeitslose waren bei der Arbeitsagentur gemeldet, 165 oder 7,6 Prozent mehr als im Vormonat, während 6.156 durch das Kommunale Jobcenter betreut wurden (acht oder 0,1 Prozent mehr). Bei der Arbeitsagentur waren 90 oder 4,0 Prozent mehr Erwerbslose als Ende Juli 2024 gemeldet, beim Jobcenter 143 oder 2,4 Prozent mehr. Damit haben sich die Abstände zu den Vorjahreswerten sowohl in der Arbeitslosenversicherung als auch in der Grundsicherung erhöht. Insgesamt gibt es aktuell in der Stadt Hamm 233 Arbeitslose (2,8 Prozent) mehr als vor genau einem Jahr. Der ungünstige Abstand im Gesamt-Vorjahresvergleich hat sich damit vergrößert.
Kreis Unna
Im Kreis Unna erhöhte sich der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 374 auf 16.729. Im Vergleich zu Juli 2024 stieg die Arbeitslosigkeit um 491 (+3,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Punkte auf 7,7 Prozent und lag damit ebenfalls um 0,2 Punkte über dem Wert von Juli 2024.
„Im Vergleich zu Juni hat sich die Zahl der arbeitslosen Menschen im Kreis Unna deutlich um über 370 erhöht, hierfür sind sowohl konjunkturelle als auch saisonale Gründe verantwortlich“, beschreibt Agenturchef Thomas Helm die aktuelle Entwicklung. Während es in jedem Jahr in den Sommermonaten einen Anstieg an Arbeitslosen gäbe, kämen in diesem Jahr schwache Wirtschaftsleistung, unsichere Perspektiven und gestiegene Energiekosten hinzu: „Wir gehen daher davon aus, dass dieser Anstieg ein Anzeichen für eine sich eintrübende Entwicklung ist, die uns über die nächsten Monate begleiten wird.“
Der Arbeitsmarktexperte rät zu vorausschauendem Handeln: „Wer befürchtet, sein Arbeitsplatz ist perspektivisch bedroht, sollte keinesfalls bis zum Tag der Kündigung warten, um sich neu zu orientieren. Aus einer laufenden Beschäftigung heraus finden sich neue Stellen bedeutend leichter, auch mit Hilfe der Arbeitsagentur“. Und Helm wird noch einmal deutlicher: „Wer sich schon früher auf Stellensuche begibt, profitiert von weniger Mitbewerbern, mehr Zeit für die eigene Entscheidung und einer besseren Verhandlungsposition.“
Quelle: BA Hamm