Hamm
Während der anhaltenden Sommerferien gab es für den Arbeitsmarkt in Hamm auch im August keine Belebung. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 267 oder 3,1 Prozent auf 8.750. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich dadurch um 0,3 Punkte auf 9,0 Prozent. Vor genau einem Jahr waren es 8,8 Prozent. „Für einen zweiten Ferienmonat ist der weitere Anstieg der Arbeitslosigkeit schon relativ hoch. Dabei steigen die Zahlen nur geringfügigin der Arbeitslosenversicherung, aber überwiegend in der Grundsicherung. Dies liegt im Wesentlichen an einem Rückgang der Teilnehmer in Bildungsmaßnahmen und einem verstärkten Zugang von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Übergang von Schule zu Beruf oder Ausbildung. Auffällig sind auch die großen regionalen Unterschiede im Agenturbezirk“, so Thomas Helm, Chef der Agentur für Arbeit Hamm. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat in Hamm auch im August nochmal deutlich angezogen. Die heimische Wirtschaft zeigt inzwischen etwas weniger Zurückhaltung bei der Einstellung neuer Kräfte für die Zeit nach der Sommerpause. Eine andere positive Nachricht ist die Tatsache, dass es keinerlei neue Kurzarbeitsanzeigen im August gegeben hat“. Zu den kurzfristigen Aussichten äußert sich der Agenturchef optimistisch: „Für den September rechne ich mit Anzeichen einer beginnenden Herbstbelebung.“ Anlässlich der Endphase auf dem Ausbildungsmarkt möchte Helm mit einem Appell an Hammer Unternehmen mit Ausbildungsberechtigung verbinden: „Die Sicherung des Fachkräftebedarfs und die berufliche Situation junger Menschen in unserer Region sind direkt miteinander verbunden. Jede und jeder jetzt nicht ausgebildete Jugendliche wird in drei Jahren eine weitere fehlende Fachkraft sein. Hinzu kommt, dass im kommenden Jahr ein ganzer gymnasialer Abiturjahrgang ausfällt – das hat Auswirkungen auf allen Ebenen des Ausbildungsmarktes. Unternehmen, die jetzt die Möglichkeit zur Ausbildung nicht wahrnehmen, gehen ein hohes Risiko für ihre Zukunft ein. Zudem nutzen sie die aktuellen Chancen und Potentiale nicht – jeder junge Mensch ist eine Chance!“
Kreis Unna
Im Kreis Unna verringerte sich der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 48 auf 16.681. Im Vergleich zu August 2024 stieg die Arbeitslosigkeit um 292 (+1,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote verblieb bei 7,7 Prozent und lag damit um 0,1 Punkte über dem Wert von August 2024. „Im Verlauf des letzten Monats hat es einen leichten Abbau an arbeitslosen Menschen im Kreis Unna gegeben, von dem insbesondere junge Menschen, Langzeitarbeitslose und Ausländer profitieren konnten“, beschreibt Agenturchef Thomas Helm die aktuelle Entwicklung. „Gleichzeitig erkennen wir einen Einbruch auf der Stellenseite, sowohl Zugang als auch Bestand sind im August zurückgegangen und lassen darauf schließen, dass sich der Abbau der Arbeitslosigkeit nicht weiter fortsetzt. Stattdessen gehen wir von weiteren Schwankungen und einer abnehmenden Vorhersehbarkeit der Entwicklung aus, denn die allgemein schwache wirtschaftliche Lage ist noch nicht vorüber, der Arbeitsmarkt befindet sich noch nicht im Aufschwung.“ Wesentlich vorhersehbarer sei die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt: „Wir wissen schon jetzt, dass aufgrund der Rückkehr zu G9 der Abiturjahrgang im nächsten Jahr fehlen wird und mit ihm hunderte junger Menschen, die sich für eine Ausbildung interessieren. Umso wichtiger ist es, diese Lücke schon jetzt mit den aktuellen Bewerberinnen und Bewerbern zu füllen und auch in den nächsten Wochen noch so viele Ausbildungsverhältnisse wie möglich zu schließen.“
Quelle: Agentur für Arbeit Hamm