„Jedes Handeln muss auf einer objektiven Betrachtung der Wirklichkeit beruhen. Wir müssen auf die tatsächliche Lage in unseren Betrieben passende Antworten finden. Wenn die IG Metall in dieser Lage eine Forderung von 5 Prozent erhebt, ignoriert sie die Dimension und Tiefe der Krise unserer Industrie.
Die Lage unserer Branche ist krisenbedingt schlecht. Viele Unternehmen können in Deutschland nicht mehr rentabel wirtschaften. Der Industrie- und Produktionsstandort Deutschland ist international nicht mehr ausreichend wettbewerbsfähig. Und das alles in unsicheren Zeiten mit weltweiten Konflikten und zunehmenden Handelsschranken. Also verschieben die Unternehmen Investitionen, müssen die Produktion drosseln, verlagern oder einstellen – und müssen Arbeitsplätze abbauen.
Die Deindustrialisierung ist in vollem Gang, 350.000 verlorene Arbeitsplätze in der Metall- und Elektro-Industrie seit 2019 sprechen eine klare Sprache. Wir haben in der kommenden Tarifrunde nicht den Luxus, über die Verteilung von Zuwächsen zu verhandeln. Für zu viele unserer Unternehmen geht es um ihre Existenz. Jetzt muss es darum gehen, Kosten zu senken und den Standort zu retten.“
Wenn die IG Metall auf ihre eigene Beschäftigtenbefragung verweise und darauf, dass die Beschäftigten der Luft- und Raumfahrt, der Rüstung und des Schiffsbaus eine positive Einschätzung der Lage hätten, lasse sie die Relationen außer Acht. Selbst wenn die Lage dort tatsächlich ausnahmslos positiv sein sollte: In diesen Branchen arbeiten 236.000 der insgesamt 3,712 Millionen Arbeitnehmer der Metall- und Elektro-Industrie. Wenn man Doppelzählungen herausrechnet, sind das vielleicht 4,5 Prozent aller Beschäftigten der Branche.
Weitere Informationen zur Tarifrunde 2026 in der Metall- und Elektro-Industrie unter www.damit-industrie-zukunft-hat.de
Quelle: Gesamtmetall