Ob es darum geht, Texte zu verfassen, Bilder und Videos zu erstellen, Präsentationen vorzubereiten oder Produktionsabläufe zu automatisieren: Kollege KI kann in vielen Fällen hilfreich sein und Zeit sparen. Und da Zeit bekanntlich Geld ist, greifen immer mehr Unternehmen in Deutschland zu den für sie passenden Tools.
Allerdings kommt der Einsatz künstlicher Intelligenz nicht in allen Branchen und bei allen Tätigkeiten gleichermaßen infrage – entsprechend unterschiedlich fallen die Anwendungsquoten aus.
Im Frühjahr 2026 setzten bis zu drei Viertel der Dienstleistungsunternehmen in Deutschland künstliche Intelligenz ein – aber nur rund ein Drittel der Industrie- und Baufirmen.
Unternehmen, die auf den Nutzen von KI setzen, dürfen ihre Belegschaft mit der Technologie nicht allein lassen – eine EU-Verordnung besagt, dass Firmen ihre Mitarbeiter schulen müssen, wenn diese KI-Tools für berufliche Zwecke einsetzen sollen.
Mit Blick auf die rasant wachsende Bedeutung von KI ist es nur folgerichtig, dass die Unternehmen nicht nur etablierte Beschäftigte im Umgang damit schulen, sondern auch den Fachkräftenachwuchs auf die Nutzung von KI vorbereiten. Inwieweit dies bereits geschieht, hat das vom IW mitverantwortete Projekt Netzwerk Q in seiner Ausbilderbefragung eruiert. Das Ergebnis zeigt, dass KI vielerorts schon in der Berufsausbildung Einzug gehalten hat.
Rund 57 Prozent der befragten Ausbilderinnen und Ausbilder sagen, dass die Azubis in ihrem Unternehmen lernen würden, KI-generierte Inhalte kritisch einzuordnen.
Fast ebenso viele geben an, den Nachwuchs zum Umgang mit KI-Tools zu ermutigen und sie dabei zu unterstützen.
Immerhin gut vier von zehn Befragten stimmen der Aussage (eher) zu, dass den Auszubildenden Grundlagenwissen über KI vermittelt würde. Ähnlich viele thematisieren die ethischen und rechtlichen Aspekte beim Einsatz von KI.
Rund 57 Prozent der Ausbilderinnen und Ausbilder in Deutschland sagen, dass die Azubis in ihren Unternehmen lernen würden, KI-generierte Inhalte kritisch einzuordnen. Fast ebenso viele unterstüzen den Nachwuchs beim Umgang mit KI-Tools.
Die Zahlen bedeuten im Umkehrschluss allerdings eben auch, dass zwischen 40 und 57 Prozent des Ausbildungspersonals sagen, der jeweils abgefragte Aspekt zur Vermittlung von KI in der Ausbildung träfe in ihrem Unternehmen nicht oder eher nicht zu.
Generell hängt die Rolle, die KI in der Ausbildung spielt, damit zusammen, inwieweit die Unternehmen die Technologie bereits als Arbeitsinstrument nutzen. So geben gut 30 Prozent der Befragten an, dass ihre Auszubildenden in einem Tätigkeitsfeld lernen, in dem Arbeitsprozesse bereits mit KI gesteuert werden. Und von diesen Befragten vermitteln fast 82 Prozent drei oder vier der vier abgefragten Aspekte zur KI in der Ausbildung.
Dazu passt auch, dass Ausbilderinnen und Ausbilder in jenen Branchen besonders viel Wert auf das Thema KI legen, in denen die Technologie schon stark verankert ist. Beispielsweise geben 45 Prozent der Befragten aus wirtschaftsnahen Dienstleistungsunternehmen an, dass alle vier abgefragten Aussagen zur KI in der Ausbildung bei ihnen (eher) zuträfen.
Die Kooperation der Lernorte ist mit Blick auf das Thema KI noch ausbaufähig
Insgesamt weisen die Ergebnisse allerdings auch auf einen Nachholbedarf hin, und zwar bei der Kooperation der Lernorte:
Nur rund jeder Fünfte sagt, es gäbe Absprachen mit anderen Lerninstitutionen – dies sind vor allem die Berufsschulen – darüber, wofür KI in der Ausbildung genutzt werden dürfe.
Dabei bräuchte es ein kohärentes Lernkonzept, um die Azubis bestmöglich auf die Anforderungen rund ums Thema KI vorzubereiten. Insofern wäre es sinnvoll, wenn Betriebe und Berufsschulen sich hierzu regelmäßig austauschen würden. Das könnte die Basis schaffen, um KI systematisch in Lernprozesse zu integrieren und das anwendungsorientierte KI-Wissen der Firmen stärker mit den pädagogischen Konzepten der Berufsschulen zu verzahnen.
Quelle: iwd