Der renommierte Politikwissenschaftler sieht Europa in der neuen Weltordnung an einem entscheidenden Scheideweg: „Europa muss akzeptieren, dass die Epoche einer vom Westen dominierte, regelbasierten und wirtschaftlich ausgerichteten Weltordnung unwiederbringlich vorbei ist. Die USA fungieren nicht mehr als globaler Hüter der Stabilität im atlantischen Raum, sondern verlagern ihre Interessen in den pazifischen Teil der Welt. Die EU muss ihre Handlungsfähigkeit sichern, um weiterhin als gleichberechtigter Partner der globalen Akteure USA, Russland, China und Indien anerkannt zu werden.“ Laut Münkler müsse Europa seine Entscheidungsstrukturen reformieren, die Bürokratie verschlanken und außen- und sicherheitspolitisch mit einer Stimme sprechen, um seine Rolle in der neuen Weltordnung zu behaupten.